19. Dezember 2013

Admiral Group PLC - Eine hochprofitable KFZ-Versicherung aus Britannien

Die Admiral Group ist ein KFZ-Versicherer aus Cardiff. Die Segmentübersicht zeigt, dass die Insel für das Unternehmen der wichtigste Markt ist. Daneben ist man aber auch in Spanien, Italien, Frankreich und den USA (Virginia, Maryland, Illinois und Texas) aktiv. 


Die internationalen Aktivitäten sind in Summe nicht profitabel, das sollte sich in absehbarer Zeit jedoch ändern. Außerdem werden diverse Preisvergleichsportale betrieben, über die Kunden unterschiedliche Versicherungsangebote vergleichen können und das Unternehmen ist gerade dabei in die Haushaltsversicherung einzusteigen. Folgendes Bild zeigt die Zusammensetzung des Vorsteuerergebnisses der letzten Jahre:


Zusammensetzung EBT in Mio. £ (Anklicken zum Vergrößern)


Die Admiral Group zeichnet sich vor allem durch den direkten Vertrieb per Internet und Telefon aus. Durch die Umgehung der sonst üblichen Zwischenstationen können so Kosten eingespart und die Polizzen relativ günstig angeboten werden. Der Marktanteil in England ist auf diese Weise seit 2008 von 6% auf 11% gestiegen (2012). Eine im direkten Vergleich sehr niedrige Kostenquote zeichnet die Gruppe übrigens seit der Gründung im Jahr 1993 aus.

Außerdem ist die hohe Kapitaleffizienz auffällig. Erreicht wird diese durch sogenannte co- und reinsurance agreements, wodurch Teile der Polizzen an Partner ausgelagert werden, die dafür Gewinnanteile an Admiral bezahlen. Dadurch wird Kapital aus der Bilanz ausgelagert, da die Gewinne aber (teilweise) bleiben, erreicht Admiral eine höhere Kapitaleffizienz als andere Versicherungen. Ein zweiter Vorteil dieser Vereinbarungen ist, dass die Ko- und Rückversicherer anteilsmäßig auch die Risiken der Polizzen übernehmen.

Die folgende Tabelle zeigt diese Partner mit jeweiligen Anteilen für die nächsten zwei Jahre (UK-Geschäft). Den größten Brocken übernimmt mit 40% die Münchener Rückversicherung über ihre Tochter Great Lakes. Ein Viertel behält Admiral selbst. Die Munich Re ist mit ca. 10% der Aktien übrigens auch einer der größten Anteilseigner der Admiral Group.


Historische Zahlen (Anklicken zum Vergrößern)


Diese Tabelle zeigt Gewinn und Dividende je Aktie (in £). Die aktuelle Dividendenrendite beträgt mit aktuellem Kurs und 2012er Dividende etwas über 7%. Der Rückgang im ROA seit 2007 liegt zum einen an der Expansion im Ausland, die bisher Verluste brachte, zum anderen auch an dem heftigen Preiskampf der im KFZ-Versicherungsmarkt tobt, nicht nur in England, sondern überhaupt in Europa. Dort könnte das schlimmste langsam vorbei sein, wie auch der Geschäftsführer selbst im letzten Statement anmerkte.

Die ROAs sind für eine Versicherung sehr hoch. Da die Eigenkapitalquote zwischen 15% und 30% hin und her schwankt, ist die Eigenkapitalrendite geradezu stratosphärisch und liegt im Durchschnitt seit 2000 bei 58%. Die Underwriting Profits (Erklärung im Artikel zur VIG) sind positiv und groß – die Floatkosten also stark negativ. D.h. Admiral ist, um Gewinne zu erzielen, nicht abhängig von Einnahmen aus Finanzanlagen wie so viele andere Versicherungen.

Fazit

Nach allem was ich an Information zu dem Unternehmen zusammengekratzt habe, ist es schwierig, wirklich etwas Negatives zu finden. Der Geschäftsführer ist größter Aktionär, selbst die Art und Weise wie die Geschäftsberichte geschrieben sind gefällt mir, und auch Wachstumspotential ist vorhanden. Diese Short-These auf KFZ-Versicherer wirkt mir etwas abgehoben auch wenn in einigen Jahrzehnten was dran sein könnte – derweil sehe ich hier keine Gefahr.

Die Aktie ist nicht unbedingt stinkbillig, aber in meinen Augen definitiv nicht zu teuer. Ich bin deswegen eine Position eingegangen. Für das wikifolio ist das leider nicht möglich, da die Aktie dort nicht handelbar ist – schade.

Fortsetzung zur Admiral Group


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