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21. Juni 2017

Links

Ich habe momentan kaum Zeit etwas zu Schreiben und, außerdem, momentan ehrlich gesagt nicht allzu viele Investment-Ideen. Was ich habe sind ein paar (wie ich glaube) ganz interessante Links:
  • Amazon‘s New Customer: Der Whole Foods Deal soll endlich den Erfolg im Lebensmittel-Geschäft bringen. Gedanken von Ben Thompson via stratechery. 
  • Google und Facebook beanspruchen praktisch das ganze Wachstum im US-Werbegeschäft für sich: FT Alphaville
  • Eine Übersicht über die Bezahl-Industrie von Value Seeker
  • Ein Interview von Mark Gottlieb mit Bruce Berkowitz via Seeking Alpha
  • The day of the conventional diesel bus is dead. Go-Ahead stellt auf elektrisch um, mit Konsequenzen für die Strom-Netze: ft.com
  • Insurance: Robots learn the business of covering risk: ft.com
  • Scripp Networks (Discovery-Konkurrent): Flip or Flop? Interessanter Artikel auf scuttle blurb
  • Brown & Brown: Compounder in a fragmented Sector: nochmal scuttle blurb

Viel Spaß damit.
Tom

11. November 2016

Trump, Fannie & Freddie

Die Aktienmärkte haben nach der Trump-Wahl irgendwie seltsam reagiert. Ich persönlich habe mit den Anstiegen der letzten Tage überhaupt nicht gerechnet - obwohl sich das Bild stark differenzieren lässt. Till Schwalm von sfg-value hat mehr dazu.

Ich möchte hier vor allem auf Fannie und Freddie hinweisen. Es war von vornherein klar, dass eine Trump-Präsidentschaft für diese beiden besser ist als eine Clinton-Präsidentschaft es gewesen wäre, weil unter Clinton die Fortführung der Obama-Strategie (wenn man das so nennen kann) fast sicher gewesen wäre. Auf Trump gehofft habe ich deswegen aber nicht, ehrlich. Eigentlich war mir das ziemlich egal.

Wie auch immer: tatsächlich tauchen im Trump-Umfeld einige Berater auf, die für eine Re-Privatisierung eintreten, oder in der Vergangenheit zumindest eingetreten sind. Aus diesem Artikel:
Ken Blackwell, who’s been tapped to lead the domestic transition team, wrote an op-ed in 2014 in which he called the Treasury arrangement “theft of private property.” In the piece, Blackwell noted that there is a “bipartisan consensus on how to wind down Fannie and Freddie.”


Noch ist nichts gewonnen. Die Re-Kapitalisierung die mit der Re-Privatisierung einhergeht, so sie denn kommt, wird nicht einfach werden. Die USD 20, die Bill Ackman als Kursziel ausgegeben hat, finde ich etwas gar optimistisch. Aber ich kann wieder etwas hoffen, zumindest in dieser Hinsicht kann ich mich über die Trump-Präsidentschaft nicht beschweren. Die Märkte sehen das offenbar ähnlich.

29. Oktober 2016

Update 2016 – Teil 1

Letztes (ausführliches) Update August 2015

Es ist doch schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal ausführlicher über alle Portfolio-Positionen geschrieben habe. Es wird also wieder Zeit. Die ganze Sache wird relativ lange dauern (vor allem zu Schreiben) und ist gespickt mit einem guten Anteil an Zahlenschieberei, den ich versuche in halbwegs übersichtliche Grafiken zu packen. Was ich da mache, entspricht nicht den US-GAAP-Bestimmungen, ich spiele viel mehr mit den Zahlen herum und rechne auch (meiner Meinung nach) unwichtige Positionen heraus. Ich möchte das nur erwähnt haben: das ist jeweils meine Interpretation und sonst nichts. Teil 1 wird die amerikanischen Unternehmen beinhalten, die inzwischen über (Kalender) Q3 berichtet haben. Die anderen Unternehmen werden im Laufe der nächsten Wochen folgen.


Bank of America (BoA)

Meine ursprüngliche Investmentthese, die ich von Bruce Berkowitz übernommen habe, scheint einerseits aufzugehen, andererseits aber deutlich länger zu brauchen, als angenommen. Die großen Brocken der Strafen dürften vorbei sein, was auch dazu führt, dass die Dividende wieder langsam erhöht wird. Dennoch ist die Bank noch nicht im Bereich der USD 2 Gewinn je Aktie angekommen und auch der ROA ist noch unter 1%. Ich mache dafür hauptsächlich zwei Quellen verantwortlich:

1) Die niedrigen Zinsmargen drücken auf die Umsätze
obwohl BoA die Zinsmarge derweil dank der niedrigen Zinsen auf Kundeneinlagen eh relativ gut halten kann. Damit haben allerdings alle Banken zu kämpfen -  das ist nichts was die BoA im Speziellen betrifft.

Umsätze (Mrd. USD), Nettozinsmarge und ROA



2) Der zweite Punkt spricht eigentlich für die Bank:
sie fährt eine sehr konservative Kreditvergabe-Politik, so dass das Verhältnis von vergebenen Krediten zu Einlagen auf ~73% gesunken ist. Neben einigen anderen Kennzahlen zeigt dies die sehr stabile Bilanzstruktur auf – vielleicht eine der sichersten Bilanzen unter den großen Banken momentan, obwohl ich inzwischen sehr vorsichtig mit der Qualitäts-Einschätzung von Bankbilanzen bin (das ist auch einer der Gründe, warum ich inzwischen einen guten Teil der BoA-Aktien verkauft habe, und vorerst auch nicht mehr in Banken investieren möchte). Wenn wir davon ausgehen, dass ein Verhältnis von ca. 1 normaler sein sollte, fehlen 27% (im Verhältnis zu den Einlagen) an vergebenen Krediten auf der Zins-verdienenden Seite. BAC scheint darauf zu warten, dass die Zinsen endlich anziehen, um das Pulver erst dann zu verschießen, und um dann eben mehr zu verdienen.

Derweil halte ich noch an den restlichen Aktien fest, zumal Bruce Berkowitz und Warren Buffett ebenfalls noch investiert sind, aber sag niemals nie. Ich muss mir grundsätzlich nochmal neu überlegen, ob ich überhaupt noch Banken-Investments tätigen möchte.

Fannie Mae

Ähnliches gilt für Fannie Mae. Auch das war eine Berkowitz-Idee, die ich abgekupfert habe. Inzwischen ist der Mann jedoch fast ausschließlich in den Vorzugsaktien, während ich noch auf den Stammaktien sitze. Dieses ewige Warten auf ein entscheidendes Gerichtsurteil ist wirklich zäh, und die Aktie springt teilweise heftig herum. Auch hier bleibe ich vorläufig investiert, doch langsam aber sicher mache ich mir schon Gedanken, ob es nicht eine komplette Schnapsidee ist, den Gesetzgeber auf Nichteinhaltung der Gesetze zu verklagen…

IBM

Auch hier habe ich inzwischen einen guten Teil der Aktien verkauft. Das Unternehmen produziert zwar nach wie vor beeindruckende Cash-Flows, aber die sehr komplizierte Segment-Berichterstattung lässt kaum einen Einblick in die einzelnen Geschäftsbereiche zu, zumal sie gerade umgestellt wurde (auf ein wieder etwas verwirrendes System), und jene Bereiche, die eigentlich interessant wären – „strategic imperatives“ – immer nur mit dubiosen Wachstumsraten und ohne Gewinnbeitrag ausgewiesen werden. Irgendwie hat man beim Lesen der Berichte immer das Gefühl, das Management möchte etwas verbergen.

Ich habe versucht auf Basis von ein paar Datenpunkten die Umsätze der „strategic imperatives“ zu schätzen (in Mio. USD):


Wie gesagt, es handelt sich nur um Schätzungen, ihr könnt mir gerne andere Daten um die Ohren werfen, da ich freimütig zugebe, dass ich hier falsch liegen könnte. Wenn wir aber annehmen, dass das, was ich hier geschätzt habe, halbwegs hinkommt, dann fällt neben den stark wachsenden „strategic imperatives“ vor allem auf, dass die restlichen Umsätze sehr stark fallen – und das sind wahrscheinlich die momentan sehr profitablen Bereiche. Zugegeben, es kam zu einigen Devestitionen, aber auf der anderen Seite wird auch permanent heftig akquiriert. Es ist auch schwer zu sagen, ob nicht zum Teil einfach Umsätze vom gelben in den andersfarbigen Bereich umgebucht werden, dass also das Stammgeschäft von den „strategic imperatives“ aufgefressen wird. Die Struktur der Berichterstattung lässt schlicht und einfach keine konsistenten Schlussfolgerungen zu. Irgendwie hilft es mir auch wenig, dass Buffett investiert hat. Mit einer allzu guten Investmentthese hat er meines Erachtens bisher auch nicht auf sich aufmerksam gemacht.

Und ich muss ehrlich sagen, langsam geht mir das dauernde Herausreden des Managements auf irgendwelche Währungseffekte auf den Sender, zumal, erstens, CEO Rometty bei den Conference Calls hauptsächlich durch Abwesenheit glänzt und sich keinen lästigen Fragen aussetzt, und, zweitens, andere Unternehmen, die diese Währungseffekte ebenfalls spüren, nicht dauernd mit dieser eigentlich recht billigen Entschuldigung daherkommen. Man kann das mal erwähnen, ja, aber IBM-Mitteilungen kommen mir manchmal vor wie Berichte über das was der Dollar gemacht hat, anstatt über das was das Unternehmen gemacht hat. Ironischerweise bin ich mit der Position (ohne Dividenden) in Dollar gerechnet im Minus, in Euro gerechnet jedoch knapp im Plus. Womit wir bei

Microsoft

angelangt sind. Das erste Mal gekauft habe ich Microsoft-Aktien 2010, als sich das Unternehmen in einer ähnlichen Position befand wie IBM heute. Starke Unsicherheit über das Geschäftsmodell, aber dafür beeindruckende Cash-Flows. Inzwischen wurde der CEO getauscht, nachdem der alte noch schnell ein paar Milliarden mit der Nokia-Übernahme in den Sand gesetzt hat (was dank der Cash-Flows kaum aufgefallen ist) und Microsoft scheint wie neu erfunden – im positiven Sinne. Mit der Anmerkung, dass die Umsätze (in Mio. USD) und die Margen durch die Umstellung auf das Abo-Modell und dem Gratis-Update von Windows 10 im letzten Jahr etwas schwer mit früheren Jahren vergleichbar sind, hier die Entwicklung seit 2009 (die operative Cash-Flow Marge habe ich jetzt nicht inkludiert, die ist über die Jahre aber relativ konstant):


„Growing“ beinhaltet jene Geschäftsbereiche von denen ich glaube, dass sie durchaus weiterwachsen können. Die neue „Phone“ Strategie ist dem Management derweil glaube ich selbst noch nicht klar, wobei ich dem Geschäft keine Träne nachtrauern würde, sollte es eingestellt werden. Das große Fragezeichen ist „Windows“, das im letzten Jahr umsatzmäßig sicher stark unter den Gratis-Updates auf Windows 10 gelitten hat.

Auch Microsoft hat die Segmentberichterstattung (die mit dem Bildchen oben nicht viel zu tun hat, das nur Umsatz-, nicht jedoch Gewinnmäßig, ein Gefühl verleihen kann) stark verändert. Bereits zum zweiten Mal seit ich die Aktie halte. Aber wenigstens kann ich mit der neuen Art interpretationsmäßig etwas anfangen – im Gegensatz zur letzten, und im Gegensatz zu IBM.

Wenn CEO Satya Nadella über seine „Cloud First, Mobile First“ Strategie spricht, hat er damit glücklicherweise nicht im Sinn, selbst Hardware zu produzieren, sondern versucht benutzerseitig über möglichst überall laufende Apps und unternehmensseitig über die Cloud/Server Infrastruktur (Stichwort Azure) ständig und überall für den Kunden erreichbar und von Nutzen zu sein. Vor allem die Office-Marke scheint mir trotz vieler konkurrierender Gratisangebote nach wie vor sehr stark zu sein. Irgendwie kein Wunder, wenn es für viele ausgeschriebene Jobs Voraussetzung ist, Word, Excel und Powerpoint zu beherrschen.  Das ist irgendwie wie beim Kleber: man sagt nicht Kleber, sondern Uhu oder Tixo (zumindest bei uns, ich weiß nicht, wie es anderswo ist).

Zwar experimentiert Microsoft noch mit dem Surface und der Hololens, und hat mir der Xbox auch hardwareseitig einen echten Kracher im Angebot (wobei es mit den neuen Xbox-Services auch durchaus interessante Cloud-Überschneidungen gibt), prinzipiell scheinen erstere beide aber mehr als Prototypen designt. Die wirkliche praktische Ausführung mit der kommerziellen Produktion überlässt man aber den Spezialisten. Aus dem Earnings Call Transcript Okt. 2016 mit Satya Nadella (Hervorhebungen von mir):
„The Windows holographic platform and Microsoft Hololens are opening up new differentiated opportunities on Windows. This quarter we made Microsoft Hololens development edition available to all developers and business customers in the US and Canada and last week we expanded our presence to six additional markets. Enterprise customers like Volvo, Japan Airlines and the PGA tour, all embracing Microsoft Hololens to transform the way they work and create new mixed reality experiences for customers.It's still early, but it's great to see the innovation and creativity that developers are bringing to the platform and coming in 2017 we will enable our hardware partners to deliver entirely new mixed reality experiences with Windows holographic and on Windows 10.“

Mir gefällt das alles ebenso wie den anderen Aktionären, was mich zum Kurs bringt. Die Aktie scheint nicht mehr günstig. Um das klar zu stellen: ich denke auch nicht, dass sie übertrieben teuer wäre – eher so was wie fair bewertet. Ein anderes Fragezeichen bleibt die angekündigte LinkedIn-Akquisition, zu der ich noch keine definitive Meinung habe. Derweil bleibe ich weiter investiert.

Paypal

Paypal ist weiterhin auf Wachstumskurs. Das abgewickelte Zahlungsvolumen in den ersten 9 Monaten 2016 erreichte über USD 250 Mrd. Da das vierte Quartal (mit Weihnachten) traditionell das stärkste ist, kann man wohl davon ausgehen, dass 2016 ein neues Rekordjahr für das Zahlungsnetzwerk wird.


Abgewickeltes Zahlungsvolumen (TPV, USD) und Cent pro abgewickeltem Dollar


Es ist schön zu erkennen wie Paypal weiterhin auf den sich durch das Wachstum ergebenden operating leverage baut – sinkende Fixkosten pro abgewickeltem Dollar werden in Form von Preissenkungen an die Kunden weitergegeben, wobei der operative Gewinn je abgewickeltem Dollar relativ konstant bleibt. Obwohl wir sehen, dass letzterer in den ersten 9 Monaten etwas zurückging. Ich habe dafür vorerst 3 mögliche Erklärungen, die wahrscheinlich alle zu einem gewissen Teil mitverantwortlich dafür sind.
  • Kosten für Xoom und Venmo

Xoom wurde gerade erst akquiriert. Das Unternehmen war kurz vor der Übernahme nicht profitabel und ist es jetzt wahrscheinlich auch noch nicht. Entsprechend wirkt sich das auf die Margen aus. Ähnliches gilt für Venmo: dieser Geldsende-Dienst wächst unwahrscheinlich schnell, trägt inzwischen mit ca. 5% zum TPV bei, macht jedoch keinen Gewinn. Eigentlich sucht Paypal überhaupt noch eine Möglichkeit, wie man das Produkt „monetarisieren“ kann. Es wäre, analytisch gesehen, toll, wenn Paypal die Gewinnbeiträge dieser beiden Dienste veröffentlichen würde, aber das ist wohl illusorisch.
  • Weihnachten

In den ersten 9 Monaten fehlt eben noch das Weihnachts-Quartal – traditionell das stärkste Quartal.
  • Anteil Kreditkarten

Die margenstärksten Geschäfte für Paypal sind jene, die komplett über die eigene Platform abgewickelt werden. Die Kreditkartentransaktionen dürften diejenigen mit dem geringsten Gewinnbeitrag sein, da Paypal da eben die Gebühren dafür abgeben muss. Der Anteil dieser dürfte jedoch zunehmend sein.

Auf der anderen Seite ist das aber auch gut, weil so die Paypal-Akzeptanz steigt. Der durchschnittliche Paypal-User führt inzwischen über 30 Transaktionen pro Jahr durch, gegenüber ~27,5 im letzten Jahr. Die Macht der Gewohnheit ist eine starke, und es könnte gut möglich sein, dass es sich hier um eine klassische „short-term-pain for long-term-gain“ Situation handelt. Außerdem wurden inzwischen Partnerschaften mit Visa und Mastercard eingegangen, die die Kostenstruktur für Paypal planbar machen. Die nächsten Jahre werden darüber Klarheit bringen. Einige Auszüge von CEO Dan Schulman aus dem Earnings Call Transcript Oct. 2016 (Hervorhebungen von mir):
“[…] we made meaningful progress in offering customer choice in our online and mobile checkout and in our P2P experiences. These have enhanced our customers in the U.S. can send money, shop and pay with PayPal. Our customers are now able to set their preferred funding type in their PayPal Wallet to sources other than their PayPal balance. This gives customers the option to default to their favorite debit card, bank account or credit card, and we’ve seen a corresponding increase in engagement.

[…]

And along with our agreement with Visa, the deal with MasterCard exempts PayPal from current or future digital wallet fees and provides cost certainty for years to come.

[…]

Thanks to our agreements with Visa and MasterCard, PayPal now has a seamless, quick and simple way to activate PayPal payments at the point of sale.”

Inzwischen muss ich allerdings doch sagen, dass mir der Aktienkurs etwas Kopfschmerzen bereitet. Die Aktie ist mit inzwischen über USD 40 bestimmt nicht mehr günstig. Selbst unter Annahme von rosigen Wachstumsszenarien ist die Aktie bestenfalls noch fair bewertet. Ich sehe keinen dringenden Handlungsbedarf, aber sollte der Kurs nochmals deutlich zulegen, muss ich wohl doch irgendwann über einen Verkauf nachdenken…

Nicht im Wikifolio (nicht investierbar)

Reliance Steel & Aluminium


Eigentlich reicht ein Satz: das Umfeld für Stahlhändler ist brutal. Ich mache trotzdem etwas weiter: ich bin heilfroh, dass ich dem Klöckner-Investment gerade noch von der Schippe gesprungen bin, weil ich vor einem bereits angedachten Aktienkauf einen Vergleich mit Reliance durchgeführt habe. In der folgenden Grafik sind die von Reliance abgewickelten Tonnen (Balken, r.S.) und die entsprechenden GuV-Positionen je Tonne in USD abgebildet. 


Wie wir sehen bleibt, trotz der weiterhin sehr niedrigen Preise, der operative Gewinn relativ solide über USD 100 pro Tonne. Die Cash-Flow-Dynamiken sind den Umständen entsprechend phänomenal, und können, wie das Management immer wieder betont, realistischer Weise nur mit
  • der Konzentration auf qualitativ hochwertige Geschäftsfelder,
  • außergewöhnlich disziplinierten „guys out in the field“, wie CEO Gregg Mollins sie nennt (die Disziplin, da bin ich mir sicher, kann nur eine Folge der sehr dezentralen Strukturen des Unternehmens sein) und
  • einem relativ raschen Umschlag und der Konzentration auf die LIFO-Inventur-Rechnung

erklärt werden.  Wenn ich diese Ergebnisse mit jenen von Klöckner vergleiche, tut mir das Klöckner-Management fast leid. Dieses scheint nicht wirklich zu verstehen, was eigentlich sein Problem ist: das Klöckner-Handelssystem funktioniert nicht. Unglaublich, das über Europas größten Stahlhändler sagen zu können. Klöckner beobachte ich übrigens weiterhin, schlicht und einfach deswegen, weil ich wissen möchte, ob die geplante Strategieumstellung irgendwelche Früchte trägt. Derweil sehe ich das nicht wirklich, aber das ist sicher etwas, was Zeit braucht.

Obwohl ich ein Riesen-Fan von Reliance Steel bin, muss ich auch hier feststellen: unterbewertet ist die Aktie sicher nicht mehr. Außerdem wird ein so zyklisches Unternehmen aus einer so zyklischen Branche wohl kaum einmal ein wirklich hohes KGV oder KBV bekommen, d.h. selbst das Spekulationsniveau ist von hieraus gesehen sehr begrenzt. Ich habe allerdings nur eine sehr kleine Position, weswegen ich zumindest vorerst weiter an der Aktie festhalte. Heftigere Rücksetzer würde ich, wenn sich fundamental nicht groß was ändert, als Kaufgelegenheit ansehen. Für das Wikifolio ist die Aktie leider immer noch nicht investierbar.

Liberty Media/Liberty Sirius

Zuerst zu Liberty Media.

Ursprünglich habe ich die Aktie als günstige Möglichkeit angesehen in Live Nation Entertainment (LYV) zu investieren (den Artikel dazu habe ich immer noch nicht derschrieben…). Inzwischen hat Liberty Media jedoch angekündigt die Formel Eins zu übernehmen, woraufhin die Aktie durch die Decke gegangen ist. Als Investor ist es jetzt natürlich entscheidend diese Transaktion zu bewerten, weil die Formel Eins nun die Stelle von LYV als größtem Liberty Media Asset einnehmen wird – der Tracking Stock, bzw. der ganze Unternehmensteil, wird wahrscheinlich auch in „Formula One Group“ umbenannt werden. Mit der Bewertung tue ich mir ehrlich gesagt nach wie vor etwas schwer.

Zu Liberty Sirius.

Hier gibt es nicht allzu viel zu sagen außer, dass das der Anteil an Sirius XM weiter rasant wächst, weil letztere riesige Mengen an eigenen Aktien über die Börse zurückkauft, Liberty aber nicht andient. Eines ist aber dennoch interessant: Sirius XM hat eine kleine Dividende angekündigt, d.h. Liberty Sirius wird in Zukunft einen kleinen, aber regelmäßigen Cash-Zufluss verbuchen. Da Liberty Sirius im Board von Sirius XM sitzt, und so eine Entscheidung kaum ohne Liberty-Einverständnis getroffen werden kann, kann man jetzt darüber spekulieren, ob sich die Liberty Sirius Strategie in Bezug auf Sirius XM geändert hat. Ich lasse diese Spekulationen hier sein und warte auf den Q3 Conference Call, weil ich mir sicher bin, dass die Analysten Maffei dazu löchern werden.

Derweil ein Blick in die operative Tätigkeit von Sirius XM selbst.


Anzahl (self-pay) Abonnenten (r.S) und GuV Positionen in Prozent vom Umsatz (der Sprung in 2008 kommt daher, dass Sirius und XM in diesem Jahr fusioniert haben)


Ich habe „revenue share & royalties“, „cost of equipment“ und „satellite & transmission“ als COGS behandelt. Diese Positionen steigen in Summe im Verhältnis zum Umsatz, deswegen ist der Bruttogewinn sind die Bruttomargen leicht rückläufig. Interessant sind alle anderen Positionen, die ich oben als Balken dargestellt habe, und die in Summe die Fixkosten in Prozent des Umsatzes ausmachen. Wie wir sehen, sind das jene Positionen, die wie bei Paypal zu einem gewissen Grad ebenfalls vom operating leverage profitieren – je mehr Abonnenten, desto niedriger die Kosten je Abonnent. Neben dem operating leverage profitiert die Kostenstruktur nun auch davon, dass die Systeme von Sirius und XM inzwischen endlich final vereinheitlicht sind. D.h. fortan wird sich aus den Synergien nicht mehr viel ergeben.

Wenn sich die operativen Margen so bei 30% einpendeln, ist das Unternehmen meines Erachtens momentan von der Börse recht gut bewertet. Signifikante Kursanstiege müssten durch einen weiterhin stark wachsenden operating leverage gerechtfertigt werden. Das Unternehmen wird 2016 wohl einen Free-Cash-Flow von um die 1,5 Mrd. USD generieren da es, was die Zahlungen von Steuern betrifft, immer noch von den riesigen Verlustvorträgen aus der Vergangenheit zehrt. Interessanterweise könnte das Auslaufen dieser Steuerguthaben mit dem Zeitpunkt zusammenfallen, wo Liberty Sirius den 80%-Anteil an Sirius XM erreichen wird. Ich weiß nicht, ob das irgendwelche Implikationen hat, aber interessant ist es allemal.

Zum Schluss noch ein paar Aussagen des CEOs James Meyer zu aktuellen strategischen Projekten:

Neben den guten Beziehungen zu den Autobauern, scheinen nun auch die Beziehungen mit den Autohändlern immer wichtiger zu werden – Stichwort Gebrauchtwagenhandel. Das hat potenziell sehr positive Auswirkungen auf eine evtl. Konjunkturabkühlung, weil Sirius XM dann eben nicht mehr so abhängig vom Neuwagenmarkt ist.
“Our long-term agreements with the OEMs, our outstanding new car penetration rate, and big investments in extending our marketing reach in used cars means our growth will benefit from this dual acquisition funnel of new and used cars for many years to come. It also gives us a natural hedge from volatility in the new car market.”

Projekt 360L scheint ebenfalls vielversprechend. Es handelt sich um ein „Autoradio“ das eben nicht mehr nur Satellitenradio empfangen kann sondern, einfach ausgedrückt, alles. Es soll auch Senden können, womit man mit dem Fahrer direkt interagieren kann.
“360L maintains a satellite link to vehicles while also taking advantage of embedded or tethered connectivity via wireless networks to improve the customer experience and provide valuable user data. This means consumers can access non-linear content, such as personalized music or our archive of on-demand shows. It also gives us unlimited capacity for new channels, more control over the user experience, lets us update our platform even after the car ships and helps us understand our subscribers and even transact with them directly in the car.”

Zum Schluss noch einige Aussagen, die ich interessant finde, aber bis auf die Hervorhebungen unkommentiert lasse (CV steht für Connected Vehicle).
“We also continued to focus on improving our iOS and Android apps to make the service more accessible in-home and outside of the car.”

[...] 

 “The CV business is small relative to scale of our audio business. But this business carries with it numerous strategic benefits to our relationships with the OEMs and as I mentioned, greater visibility into other areas of potential future growth and investment.Make no mistake. We are keenly focused on building a successful and very profitable franchise here. We have accomplished much of the hard work, but we will remain diligent in growing our core CV business and actively pursuing additional opportunities and the massive greenfield opportunities surrounding the connected car. Put simply, it is likely we will make further investments here in the coming years.“

[...]  

“We also launched our secret location concert series during the third quarter with Coldplay, which took a break from its stadium tour to play exclusively for us in a small intimate venue. Many of you have even told me you wish you could have joined. We also put on private concerts recently with Korn, Kings of Leon and Metallica performed live on the Howard Stern show.We know our listeners love to talk about music so we created VOLUME, the first full-time talk channel in radio devoted to music. I'm really excited so far about this channel and so far participation from subscribers and artists like Lady Gaga has been very high. We've begun acquiring exclusive archivable and recent special performance of top comedians to broadcast across our eight popular comedy channels. We aired a new George Carlin album, weeks in advance of when the album went on sale. Our sports lineup is also an MVP. We now have a weekly show with Hall of Famer, Brett Favre, whose analysis and comments are generating constant headlines. We re-signed our high profile sports host, radio icon, Chris "Mad Dog" Russo to a new multiyear deal, and we enhanced our college sports play-by-play offering with a new agreement with Learfield and IMG that greatly expands the number of college games that are available to our subscribers online.”

Ich fühle mich mit der Liberty Sirius Position nach wie vor sehr wohl.

eBay – nicht investiert

Mitte November letzten Jahres habe ich meine Position in Ebay aufgelöst. Nach einem regelrechten Kurssturz in der Zwischenzeit notieren die Aktien heute allerdings leicht höher als damals. Wie ich anhand meines hektischen Handelns mit der Ebay-Aktie feststellen muss, tue ich mir schwer damit das Geschäftsmodell wirklich zu greifen. Ich stelle aber fest, dass CEO Wenig ruhig und beharrlich an seiner angekündigten Strategie arbeitet, Ebay als eine Art Anti-Amazon zu positionieren – im Gegensatz zu früheren Ebay-Ambitionen, Amazon direkt schlagen zu wollen. Ein CEO kann schlechtere Eigenschaften haben. Ein interessanter Bloomberg-Artikel dazu.

2. März 2016

Fanniegate

Es wird schon jemand mit Interessen sein, der den Film zusammengestellt hat. Ich stelle ihn dennoch rein. Harter Tobak. Via Youtube:


Update April 2016 - Teil 2:


17. Februar 2016

Berkowitz - Fannie, Freddie & Öl / Gas

Bruce Berkowitz hat seinen Letter 2015 veröffentlicht und noch einmal zu Fannie Mae und Freddie Mac Stellung genommen. Außerdem scheint er über die Hälfte seiner Bank of America Beteiligung verkauft zu haben.

Zwei neue Investments die er eingegangen ist habe ich ebenfalls auf der Watchlist: Now Inc. und MRC Global. Das Geschäftsmodell sieht interessant aus - ich glaube allerdings, dass es noch etwas zu früh ist um dort einzusteigen. Es ist aber gut zu wissen, dass Berkowitz dabei ist.

Aus dem Brief:

Fannie Mae and Freddie Mac

In 1986, famed Magellan Fund manager Peter Lynch touted Fannie Mae as “the best business, literally, in America.”  At that time, Fannie Mae had a price-to-earnings ratio of one.  Lynch noted that “when a company can earn back the price of its stock in one year, you’ve found a good deal.”  Thirty years later, the price-to-earnings ratio of Fannie Mae is back at one – but the circumstances are quite different.  In our view, current prices of Fannie Mae as well as its smaller cousin Freddie Mac do not reflect the economic value of existing assets, let alone future earnings power, embedded in these world-class franchises.  Indeed, the companies are not priced for a run-off of their existing businesses; they are priced for the permanent expropriation of all assets.

Fannie Mae and Freddie Mac represent 16.4% of Fund assets, primarily in the form of preferred stock.  For those unfamiliar, Fannie Mae and Freddie Mac are simple and straightforward insurance companies.  They are not banks.  There isn’t a local Fannie Mae or Freddie Mac branch on the street corner.  Unlike the big banks, Fannie Mae and Freddie Mac did not commit any consumer fraud in the run-up to the financial crisis.  The two do not originate mortgages and they do not deal directly with individual homeowners.  However, when it comes to funding our nation’s housing market, Fannie Mae and Freddie Mac are mission critical.  The companies have helped tens of millions of American families buy, rent, or refinance a home even during the toughest economic times when banks and other lenders shun mortgage risk.  Bottom line: Fannie Mae and Freddie Mac are the housing finance system in America, and earn a nominal amount (less than 40 basis points) for ensuring that the venerable 30-year fixed-rate mortgage remains widely accessible and affordable.

During the 2008 financial crisis, Fannie Mae and Freddie Mac helped save America’s home mortgage system and resuscitated our national economy by continuing to provide liquidity when credit and insurance markets froze solid.  According to a comprehensive analysis by Thomas Ferguson and Robert Johnson published in the International Journal of Political Economy, federal regulators explicitly directed Fannie Mae and Freddie Mac to initiate massive purchases of “home mortgages and mortgage bonds to stem declines in those markets and alleviate pressures on the balance sheets of private firms,” particularly “overburdened banks.”  Then in 2012, Treasury’s decision to usurp all of the profits from each company in perpetuity (the so-called “Net Worth Sweep”) improved the federal budget deficit in an election year and avoided protracted debt ceiling negotiations with Congressional Republicans.

Roger Parloff’s recent Fortune magazine piece – “How Uncle Sam Nationalized Two Fortune 50 Companies” – details the de facto nationalization of Fannie Mae and Freddie Mac by the federal government and the determined effort by a handful of bureaucrats to hide the truth from the public:

For reasons that remain shrouded in secrecy to this day, the Treasury Department and the companies’ conservator, the Federal Housing Finance Agency (FHFA) – two arms of the same government – agreed to radically change the terms of what the GSEs would owe in exchange for the moneys they had already received.  Instead of a 10% annual dividend on all the bailout funds drawn … the dividend was now to be set at 100% of each GSE’s net worth.  One hundred percent.  That is to say, any and all profit they posted.  And this would be so in perpetuity ... The two firms, on their way back to health, were effectively nationalized.  The sudden change was called the “third amendment,” an innocuous-sounding designation that belies its momentous consequences … If this strikes you as, well, un-American, you’re not alone … The government’s alleged nationalization of two enormous corporations raises potentially landmark constitutional issues – comparable to President Harry Truman’s attempt to nationalize steel mills during the Korean War … Seven years into their conservatorship, the GSEs remain adrift, with shrinking capital reserves and no exit plan—a dormant, festering crisis … Documents and depositions from officials at Treasury and FHFA, obtained in discovery in a suit brought by Fairholme Funds, show that the government’s story is “highly misleading” in some respects and “outright false” in others, plaintiffs lawyers allege in court briefs … The lawyers can’t tell the media (or even their clients) specifically what the documents and depositions show, however.  That’s because Court of Federal Claims Judge Margaret Sweeney has ordered those materials sealed from public view, at the government’s behest.  Bewilderingly, the Justice Department has persuaded her that disclosure of that information—concerning a now three- to eight-year-old decision-making process of tremendous public interest—might cause “dire harm” and “place this nation’s financial markets in jeopardy” … The spectacle of a conservator wiping out shareholders just as the companies he’s supervising are about to have their best years in history simply doesn’t smell right.  It’s hard to picture the Supreme Court letting it stand.

The market gyrations experienced during 2015 do not reflect our progress in halting Treasury’s unlawful taking of Fannie Mae’s and Freddie Mac’s assets.  Indeed, newly discovered evidence – which shows the government’s defense to be outright false – was subsequently presented to the D.C. Circuit Court (under seal as required), and plaintiffs in other cases from the Northern District of Iowa to the Eastern District of Kentucky have now obtained these documents as well.  We remain confident that Treasury’s deliberate effort to realign the equity of each company and allocate all profits to itself in perpetuity is strictly prohibited by federal and state law, and anticipate that several of these cases will be adjudicated this year.

Today, taxpayers own 79.9% of Fannie Mae and Freddie Mac.  In this respect, taxpayers are fully aligned with private shareholders of these extremely valuable companies.  In our view, anyone claiming that shareholders are seeking remuneration at “taxpayer expense” is peddling fiction.  Only the disingenuous would assert that recapitalization of these companies would take decades and come at taxpayer expense, as if retaining earnings precluded the ability of each company to raise equity from private investors.  Only those beholden to special interests would ignore the substantial reforms implemented at Fannie Mae and Freddie Mac over the last eight years and pretend that the companies are somehow doomed to repeat the past upon release from conservatorship.  Only those who oppose the dream of American homeownership would attempt to dismantle President Franklin Roosevelt’s New Deal by eliminating two publicly traded, shareholder-owned companies that have single-handedly provided $7 trillion dollars – yes, trillion – in liquidity to support America’s mortgage market since 2009. 

Shareholders simply request that the Treasury Department respect the capital structure of each company, respect the economic bundle of rights associated with our securities, and respect the law setting forth the rules of a conservatorship as decreed by Congress.  The economist Herbert Stein once famously said: “If something cannot go on forever, it will stop.”  Sooner rather than later, we believe the Net Worth Sweep will be halted and a common sense solution will prevail: Fannie Mae and Freddie Mac will transform into low-risk, public utilities with regulated rates of return, just like your local electric company.

[...]

Oil and Natural Gas Related Companies

A shale fracking revolution allows America to be an energy exporter.  Supply increases have led to an oil and gas price collapse.  Energy companies now sell for huge discounts from historic values, and related service businesses are trading at record lows as well.  When the Fund last purchased large amounts of securities in the energy sector, no one thought that the world would function if oil exceeded $40 per barrel.  We sold our positions when oil eclipsed $100 per barrel and few thought a return to $80 possible.  Now, experts believe a price of $10 is possible and $50 per barrel a long way off.  We again disagree.  Prices cannot stay below marginal costs when demand grows and supply depletes – at least, not for too long.

In the immortal words of Yogi Berra, “It’s déjà vu all over again.”  Common shares of MRC Global and NOW Inc. comprise 4.8% of Fund assets.  Both companies operate in the supply chain and inventory management industry, and should be among the first to experience a rebound with higher oil and gas prices.  Ultimately, MRC and NOW should consider a merger in order to create huge efficiencies and maximize value for all shareholders. 


Der komplette Brief kann hier nachgelesen werden:

2. Februar 2015

Berkowitz zu Bank of America und Fannie & Freddie

Die Fairholme Funds mit Manager Bruce Berkowitz haben ihren Geschäftsbericht 2014 veröffentlicht. Berkowitz bespricht darin kurz seine Investments. Da ich sowohl auf Bank of America als auch auf Fannie Mae und Freddie Mac durch genau diesen Fonds aufmerksam geworden bin, möchte ich Berkowitz‘ Statements hier posten. Die Investmentthesen sind, erwartungsgemäß, immer noch dieselben wie anfangs.

Bank of America 

„Bank of America (22.3%) has executed its business plan admirably to date. By refocusing on core customer relationships across multiple platforms (i.e., checking, credit card, mortgage, and small business), the company is positioning itself for long-term profitability. Effective cross-fertilization of these services will make parallels with best-in-class Wells Fargo more pronounced, and help Bank of America’s still depressed market price to at least reach book value, reflecting the higher values of existing business. The company recently surpassed its 2011 cost-cutting goal of $8 billion per annum, ahead of schedule. Litigation expenses – a major weight on the company in recent years – have largely dissipated. Heeding lessons learned from the financial crisis, the company prudently disposed of a profitable (at the time) wholesale mortgage business. Intermediaries might seem like ideal clients, but history shows that they are more adversary than friend. Investors should not be surprised to see Bank of America continue to shrink no-longer-core activities. However, the company’s balance sheet is poised for a growing business economy and a rising interest rate environment, with every increase of 100 basis points potentially boosting revenue by $3.7 billion. Sometimes you must take two steps back in order to go ten steps forward.“
Fairholme Funds 2014

Ich bin derselben Meinung.

Fannie Mae und Freddie Mac 

2013 habe ich mich schon einmal mit Fannie Mae und Freddie Mac beschäftigt (hier und hier), die Aktien aber nie gekauft, bzw. erst jetzt. Kurzzusammenfassung: 

Fannie und Freddie haben im Zuge der Krise Staatshilfe erhalten – und zwar in Form von Senior Preferred Capital, das mit 10% verzinst werden sollte. Gleichzeitig wurden die beiden unter Conservatorship gestellt und die FHFA hat die Kontrolle über die beiden Institute übernommen. 2012 hat die Obama-Administration (einseitig, da sie durch die Conservatorship ja die Kontrolle hat) beschlossen die beiden Institute abzuwickeln/aufzulösen, und für die Erledigung ihrer Aufgabe (den Hypothekenmarkt liquide zu halten) neue Institute zu gründen, die mit privatem Kapital finanziert werden sollen. Außerdem wurde ein ‚Net Worth Sweep‚ in Kraft gesetzt, wodurch sämtliche Gewinne von Fannie und Freddie in Form einer Dividende an die Senior Preferreds gehen - also an den Staat. D.h. es ist den beiden nicht möglich, Kapital aufzubauen, oder die Senior Preferreds zurückzuzahlen. Da für diesen Sweep kein Ende vorgesehen ist, kommt dies einer Enteignung gleich. 

Ein paar Punkte, warum das so nicht durchgehen wird:
  • Die Enteignung verstößt gegen Gesetze (gar Verfassung?). An diese muss sich auch die US-Regierung halten. Gerichtsverfahren laufen
  • Die neuen Institute können nicht viel anderes machen, als das, was Fannie und Freddie gemacht haben. Sie sollen das nur ohne Staatsgarantie machen
  • Die Staatsgarantie kann man auch Fannie und Freddie entziehen, diese zu ersetzen macht also keinen Sinn
  • Warum sollte privates Kapital diese neuen Institute finanzieren wenn man Angst haben muss, wie Fannie und Freddie Aktionäre, enteignet zu werden?
  • Wenn es nur um das Brechen des Duopols geht: Private in den Markt zu lassen, sollte kein großes Problem sein - zumindest wenn man keine Angst vor Enteignungen haben muss
  • Einige andere Gründe, wie die (unten) von Fairholme erläuterten

Der Punkt, warum es doch durchgehen wird: Der Präsident will es so. Ökonomisch fundierte Begründungen habe ich noch keine gehört, aber das hat Politiker ja noch nie gestört…

Fannie bleibt eine Alles-oder-Nichts-Wette, weswegen ich auch nicht nachkaufen werde. Bleibt es bei der Abwicklung, sind die Aktien wertlos. Ansonsten ist auch eine Verzehnfachung oder mehr nicht unwahrscheinlich.

“When we initiated the Fund’s investments in Fannie Mae (4.5%) and Freddie Mac (3.5%), conventional wisdom was that the companies would be liquidated. We disagreed. Our investment was predicated on a simple thesis: there are no substitutes. Fannie and Freddie provide services that are absolutely essential to the American way of life. They help make the popular 30-year fixed-rate mortgage available and affordable. They provide liquidity and stability to the nation’s housing finance system – during good and, especially, in bad times. No one does it better.
Time is proving our thesis true. Fannie and Freddie have already benefited from post-crisis reform and are returning to simpler, safer business models. Under a range of scenarios, the companies are collectively expected to earn at least $21 billion per year. The United States Treasury has already recouped $36 billion more than it disbursed to Fannie and Freddie during the crisis, rendering this our nation’s most successful equity investment ever. In fact, Treasury’s current profit from Fannie and Freddie is almost three times more than it made from all of its other financial rescue programs combined. These figures do not even account for Treasury’s warrants to acquire 79.9% of each company’s common stock.
Today, Washington bureaucrats are unlawfully holding these profitable companies captive in a perpetual conservatorship. Congress never authorized Treasury to become Fannie and Freddie’s “overlord” – forcing the companies to spend all their capital on executive branch prerogatives and circumventing the legislature’s appropriations process. Indeed, the power of the purse remains vested in Congress under the Constitution. The Housing and Economic Recovery Act of 2008 does not authorize any federal agency to use these two publicly traded, shareholder-owned companies as a piggy bank. Yet, in an unprecedented abuse of executive power, the bureaucrats have illegally expropriated and de facto nationalized two of the most valuable companies in the world with apparent impunity. Worse still, their actions are now endangering our housing market, making it more difficult for lower- and middle-income Americans to access mortgage credit.
By preventing Fannie and Freddie from accumulating any cushion against potential future losses, Treasury is obstructing the ability of the Federal Housing Finance Agency (“FHFA”) to perform its duties as safety and soundness regulator of both companies. Treasury’s actions are also directly impeding the statutory obligations of the FHFA, as conservator, to “preserve and conserve [their] assets and property.” Even Fannie and Freddie’s political foes admit that this situation is untenable.
Given the dim prospects for comprehensive housing finance reform legislation in the foreseeable future, we believe that FHFA will ultimately heed the pragmatic advice offered by Senate Banking Chairman Tim Johnson on November 19 at a congressional hearing and “engage the Treasury Department in talks to end the conservatorship.” Johnson is not alone in his call for such action.

The Leadership Conference on Civil and Human Rights recently voiced concerns about the housing market’s growing inequities: “Any successful policy to promote affordable homeownership must involve strong leadership by Fannie Mae and Freddie Mac… eliminat[ing] the GSEs would be counterproductive; it would negatively impact communities of color and young people, and it would impede our ability to grow our nation’s middle class… in order to ensure the best path forward to increasing homeownership in the communities we represent, we believe it is vital to initiate serious discussions about unwinding the conservatorship and allowing Fannie and Freddie to begin rebuilding their capital… Fannie and Freddie can be fixed; discarding them in entirety would be a colossal mistake.”
In the interim, the Fund continues to pursue litigation against FHFA and Treasury to defend its rights as an owner of the companies. To date, the Fund’s lawyers have received approximately 387,000 pages of documents – most of which have come from Fannie Mae, Freddie Mac, and their respective auditors. Not only has the government insisted on shrouding all documents in a veil of secrecy known as a “protective order,” but FHFA and Treasury have further shielded responsive documents from disclosure by broadly asserting executive privilege. One example from the recently released Privilege Log is indicative: 
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The document cited above is a news summary containing public information prepared by a third-party aggregator after the Net Worth Sweep was announced in August 2012 that is being withheld from discovery due to “Presidential Privilege.” Why are FHFA and, particularly, Treasury resisting discovery so fiercely? Is it because the document trail directly implicates some of the President’s most senior advisors in the White House (as cited below)?
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FHFA and Treasury have argued that courts have no jurisdiction to review their administrative actions in this matter. However, recent comments by several Supreme Court justices in Mach Mining v. EEOC challenge the government’s similar attempt to evade judicial scrutiny in a separate case. The government’s claim – “We think this is a matter that is entrusted to the agency that is not for court review” – was met with skepticism by the highest court in the land. Chief Justice Roberts swiftly responded: “Trust you? Just trust you? I am very troubled by the idea that the government can do something and we can’t even look at whether they’ve complied with the law.” Justice Scalia echoed those concerns, noting how he found it “extraordinary” that the government wanted to be exempted from litigation. Justice Breyer weighed in: “In my mind, of course, there should be judicial review.” Sunlight is indeed the best disinfectant.
More than just patience, this investment requires persistence. Every major financial institution relied upon federal government assistance during the 2008 crisis. Each institution repaid the Treasury in full, plus interest. The same is true of Fannie and Freddie, yet only they remain under the day-to-day control of a federal agency. Government cannot pick private market winners and losers. We forge ahead with the facts squarely on our side, and the assurance that no one is above the law.”
Fairholme Funds 2014



18. Januar 2013

Bank of America


Nachdem ich in letzter Zeit nicht allzu viel geschrieben habe, kommen hier ein paar Gedanken zu einem der riskanteren Titel im Porftfolio: Bank of America (BAC, ISIN: US0605051046).

Aufmerksam geworden bin ich auf die Bank, als ich gesehen habe, dass Bruce Berkowitz eine sehr große Position aufgebaut hat. Er hat seine Investmentthese in einer Präsentation zusammengefasst, die hier abrufbar ist: http://www.fairholmefunds.com/presentations.

Der Bankensektor hat in letzter Zeit stark gelitten, und BAC ist eine der amerikanischen Großbanken die es am stärksten getroffen hat. Was bis heute vor allem noch nachwirkt sind die Probleme aus dem Hypothekensektor. Zum Großteil ist dafür die Übernahme von Countrywide Financial im Jahr 2008, kurz vor der Lehman-Pleite, verantwortlich. Countrywide war die größte Hypothekenbank in den USA, und was das bedeutet, muss hier sicher nicht erläutert werden. Im Moment heißt es für die Bank, mit Altlasten aufzuräumen.

CEO Moynihan macht eine gute Arbeit was das Aufräumen der Bilanz betrifft. Die Bank erfüllt im Moment alle Kapitalvorschriften, auch die nach Basel 3, so sie denn in dieser Form, irgendwann mal kommen. Die Tier I EK-Quote nach Basel 3 beträgt 9,25%. Der Cash-Bestand ist inzwischen höher als er zur Zeit der oben erwähnten Präsentation war, und auch die Kundeneinlagen sind in der Zwischenzeit weiter gestiegen. Aber es ist natürlich nicht alles eitel Wonne. Beispiel: Am 7. Januar hat die Bank ihren Hypotheken-Rechtsstreit mit Fannie Mae beigelegt, wobei BAC an Fannie Mae 3,6 Mrd. Dollar zahlen, und Hypothekendarlehen im Umfang von 6,75 Mrd. Dollar zurückkaufen muss. Teilweise wurden dafür schon Rückstellungen gebildet, das Q4-Ergebnis, das gestern (17. Jan.) veröffentlicht wurde, wurde aber nochmals mit 2,7 Mrd. Dollar belastet.

Vorfälle wie diese passieren, und als Aktionär merkt man das, momentan andauernd. Die eigentlich nicht so schlechten Ergebnisse werden dadurch ausgelöscht. Die Investmentthese von Berkowitz in obiger Präsentation ist eigentlich ganz einfach: Diese Altlasten werden irgendwann „abgearbeitet“ sein, und wenn es soweit ist, kommt die Ertragskraft der Bank durch. In der Präsentation schreibt er, dass ein ROA von 1% (Return on Assets, also 1% auf die Bilanzsumme) eine realistische Annahme ist. Falls es dazu kommt bedeutet das bei der aktuellen Bilanzsumme und der momentan ausstehenden Anzahl an Aktien einen Gewinn von ca. 2 USD pro Aktie, bzw. 10% Eigenkapitalrendite. Und seit auch Berkshire Hathaway (Warren Buffett) über Warrants dabei ist, denke ich dass diese Annahme so blöd nicht sein kann. Wells Fargo, US Bancorp und andere vergleichbare Banken erwirtschaften inzwischen schon wieder über 1% ROA – diese notieren dafür aber auch schon wieder über Buchwert, der bei BAC ca. 20 USD pro Aktie beträgt.

Um aber nicht nur auf andere zu vertrauen, sehen wir uns kurz die Segment-berichterstattung an:


Wie zu sehen ist, sind bis auf „Consumer Real Estate“ (größtenteils Countrywide Financial) und „all other“ alle Segmente wieder rentabel, und der ROA von 1% ist möglich, wenn in diesen beiden Segmenten nur mal wieder eine Null erwirtschaftet wird. Ich habe zwar keine Ahnung, wann diese „Einmalbelastungen“ erledigt sein werden, aber da Berkowitz und Buffett dabei sind, und der Immobilienmarkt in den USA sich zu drehen beginnt, denke ich dass es früher oder später dazu kommen wird, auch wenn es noch zwei, drei Jahre dauern mag.

In den letzten beiden Tagen war die Aktie der Bank übrigens ziemlich unter Druck, weil die Q4-Ergebnisse enttäuscht haben… offensichtlich ist es noch nicht so weit, dass die Altlasten abgearbeitet sind. In meinen Augen eine Möglichkeit, noch einzusteigen, auch wenn die Aktie im letzten Jahr schon gut gelaufen ist. Momentan ist es nicht so wichtig ob sie im Jahr 15 oder 30 Cent verdienen, wichtig ist, dass die Bilanz bereinigt wird, um neu anfangen zu können – um dann wieder 2 Dollar zu verdienen, was bei einem Buchwert von 20 Dollar nicht mal übermäßig rentabel wäre.